Anerkennung als Freiberufler

Der Berufsstand des Freiberuflers macht einen Teil der Selbstständigen aus. Bestimmte Selbstständige, wie zum Beispiel Rechtsanwälte, Notare oder Steuerberater werden unter dem speziellen unternehmerischen Status der Freiberufler zusammengefasst. Immer wieder gibt es Verwirrung über die Definition des Freiberuflers. Der Begriff bezieht sich immer auf die Art der Tätigkeit und wird über das Finanzamt nach folgenden Gesichtspunkten definiert.

Die Tätigkeit als Freiberufler

  • Ein Freiberufler benötigt keine Gewerbeanmeldung, für ihn gelten weder die Gewerbeordnung noch die Gewerbeaufsicht und er unterliegt auch nicht der Gewerbesteuer.
  • Ein Freiberufler ist nicht dazu verpflichtet eine Bilanz zu erstellen, kann diese aber sehr wohl freiwillig abgeben.
  • Freiberufler müssen keine doppelte Buchführung machen, eine einfache ist für sie ausreichend.
  • Der Gewinn eines Freiberuflers ist durch eine Einnahme-Überschuss-Rechnung zu ermitteln.
  • Die meisten Freiberufler unterliegen der Umsatzsteuer, die sie nach so genannten „vereinnahmten Entgelten“ abführen müssen.
  • Freiberuflern ist es immer möglich, Ansparabschreibungen und andere Sonderabschreibungen zu nutzen.
  • Der Freiberufler muss kein Mitglied der IHK und auch nicht der Handwerkskammer sein.
  • Er benötigt keinen Eintrag im Handelsregister, ist folglich kein Kaufmann.
  • Stattdessen unterliegt er dem Bürgerlichen Gesetzbuch sowie dem Einkommensteuergesetz.
  • Für die so genannten Kammerberufe unter den Freiberuflern bestehen Berufskammern, wie die Rechtsanwaltskammer oder die Steuerberaterkammer.

Freiberufler sind immer in den Bereichen der Wissenschaft, der Kunst, der Schriftstellerei, des Unterrichts oder der Erziehung tätig. Des Weiteren gibt es so genannte Katalogberufe zu denen alle Arten von Ärzten, Rechtsanwälten, Ingenieuren und Architekten, Wirtschaftsprüfern, Steuerberatern und sonstigen betriebswirtschaftlich beratenden Berufen, Heilpraktikern, Physiotherapeuten, Journalisten, Dolmetschern, Lotsen und ähnlichen Berufen gehören.

Definition

Wer in einem freien Beruf arbeitet, wird auch dann als Freiberufler definiert, wenn er sich der Arbeitskraft Dritter bedient. Wichtig ist, dass seine Tätigkeit eine leitende und eigenverantwortliche ist. Ein Freiberufler besitzt besondere berufliche Qualifikationen und erbringt eine geistige und ideelle Leistung. Die Regelungen und Vorgaben für ihren Beruf sind entweder staatlich geregelt oder autonom. Ein freiberuflicher Betrieb kann nicht ins Unendliche wachsen. Der Freiberufler muss seine Tätigkeit immer selbst ausüben und darf nur in bestimmten Fällen Arbeit weitergeben. Abhängige Beschäftigungen, die der Hilfe dienen, sind zulässig. Mitarbeiter mit fachlicher Ausbildung dürfen so lange beschäftigt werden, wie sie ausschließlich unterstützend tätig sind und keine uneingeschränkte Handlungsfreiheit genießen. In manchen Fällen wachsender Betriebe, werden Freiberufler zu Gewerbetreibenden umbenannt. Das ist in dem Moment der Fall, wenn zu viele abhängige Mitarbeiter eingestellt werden und der Chef nichts anderes mehr einnehmen kann als eine Managementfunktion. Beispiel wäre ein Übersetzungsbüro, das abhängige Mitarbeiter beschäftigt, weil der Inhaber selbst nicht alle angebotenen Sprachen beherrscht. In diesem Fall ist er nicht mehr vorrangig zur Ausübung der Beschäftigung im Betrieb, sondern vielmehr zu Auftragsakquise.

Kennzeichnung des Unternehmens

Ein Freiberufler muss sein Unternehmen nach bestimmten Bedingungen kennzeichnen. Möglich ist die Kennzeichnung durch den Namen des Eigentümers, die Bezeichnung der Tätigkeit, ein Fantasienamen und ein Zusatz, der die Rechtsform des Unternehmens bezeichnet. Spezielle gesetzliche Vorschriften zur Namensgebung freiberuflicher Betriebe existieren nicht. Empfohlen werden Namensbezeichnungen, die sich aus dem Namen des Unternehmers und einer Beschreibung seiner Tätigkeit zusammensetzen. Dabei muss der Freiberufler um Missverständnisse in Bezug auf die Unternehmensart zu vermeiden, darauf achten, dass er bestehende Vorschriften zur Namensgebung anderer Unternehmen nicht verletzt. Eine besondere Form der Namensgebung stellt die Möglichkeit dar, eine Marke zu etablieren. Marken können gesetzlich geschützt werden. Sie setzen sich zusammen aus einem Firmennamen und einem Markenzeichen. Markenzeichen müssen grafisch darstellbar sein, dürfen keine Namen tragen, die für andere Gegenstände üblich sind oder die den Verbraucher in Bezug auf die angebotene Dienstleistung täuschen, die gegen die guten Sitten verstoßen, die Wappen, amtliche Prüfzeichen oder bekannte Siegel beinhalten. Des Weiteren gibt das Justizministerium in einem speziellen Gesetzblatt besondere Vorschriften heraus, die die Angaben auf Geschäftsbriefen für Freiberufler regeln.