Ansparabschreibung

Die Rechtslage bis zum Jahr 2006

Seit dem Jahr 2007 wurde die Ansparabschreibung durch den Investitionsabzugsbetrag ersetzt. Bis Ende 2006 wurde die Ansparabschreibung als Möglichkeit eines Unternehmens beschrieben, eine spezielle Rücklage zu bilden im Falle, dass größere unternehmensinterne Anschaffungen zu machen sind. Diese spezielle, zweckgebundene Rücklage darf vom Gewinn abgezogen werden und ist somit steuerlich begünstigt. Die zweckgebundene Rücklage darf allerdings nicht höher sein als 40% des anzuschaffenden Wertes. Bestehende Unternehmen dürfen Rücklagen bis 154.000 Euro bilden, für Existenzgründer gilt der doppelte Betrag von 307.000 Euro. Die Rücklage muss zwingend in der Steuererklärung nach Höhe, Art, Zeitpunkt und Ort angegeben werden. Nachweis über die Ausgabe ist keiner zu erbringen. Ergibt es sich, dass die geplante Investition nicht benötigt wird, müssen in der Vergangenheit bereits gebildete Rücklagen wieder in den Unternehmensgewinn eingerechnet werden. Auch wenn die Investition günstiger wird als geplant, muss der dadurch entstehende finanzielle Überschuss mit einem Gewinnzuschlag von 6 % versteuert werden. Bei Übernahmen von Unternehmen sind gebildete Rücklagen meistens wieder aufzulösen.

Wer eine Ansparrücklage bildet, beispielsweise zur Anschaffung von Firmenwägen, ist danach auch dazu verpflichtet, den Plan in die Tat umzusetzen und die Güter letztendlich wirklich anzuschaffen. Des Weiteren müssen genau die Güter angeschafft werden, die während der Ansparung geplant und angegeben wurden. Es ist möglich, statt eines BMWs einen Daimler anzuschaffen, allerdings muss die Funktion des Gegenstandes die gleiche sein. Bei vorheriger Planung der Anschaffung eines PKWs darf hinterher dann beispielsweise kein LKW angeschafft werden. Man spricht in diesem Fall davon, dass Wirtschaftsgüter in ihrer Funktion identisch sein müssen. Ergibt es sich, dass die geplante Investition, aus welchen Gründen auch immer, nicht mehr nötig ist, so können Ansparrücklagen aufgelöst werden. Ansparrücklagen können nur für gekaufte Güter gebildet werden, nicht für gemietete, geleaste oder gepachtete.

Rechtslage ab dem Jahr 2008

Seit der Unternehmenssteuerreform im Jahr 2008 hat es wichtige Änderungen in Bezug auf die Ansparabschreibung bzw. den Investitionsabzugsbetrag gegeben, die bereits für alle Abschlüsse in 2007 zu berücksichtigen waren. Die Wandelung der Ansparabschreibung in den Investitionsabzugsbetrag wurde zu folgenden Bedingungen vorgenommen:

  • Der Investitionsabzugsbetrag kann in Höhe von 40% des Werts der anzuschaffenden Güter gebildet werden. Dabei gilt ein einzuhaltender Höchstbetrag von 200.000 Euro.
  • Unternehmen, die einen Betriebsvermögensausgleich vornehmen, dürfen die festgesetzte Grenze von 235.000 Euro Betriebsvermögen nicht überschreiten. Für Betriebe, die eine Einnahmeüberschussrechnung anstellen, gilt eine fixe Obergrenze von 100.000 Euro.
  • Die geplante Anschaffung des angepeilten Wirtschaftsguts muss innerhalb der nächsten drei Jahre nach Inanspruchnahme des Investitionsabzugsbetrags erfolgen. Dabei ist anzugeben welche spezielle Funktion das Wirtschaftsgut für den Betrieb hat.
  • Anschaffungskosten eines geplanten Wirtschaftsguts sind immer als Betriebsausgaben zu behandeln.
  • Das angeschaffte Gut muss mindestens bis zum Ende des auf das Anschaffungsjahr folgenden Jahres im Betrieb verbleiben. Auch muss sichergestellt sein, dass es zu 90% der Nutzung im Betrieb dient.
  • Wirtschaftsgüter sind einzeln anzugeben, eine Sammelpostenbildung ist nicht zulässig.
  • Wer den Investitionsabzugsbetrag zu hoch eingeschätzt hat, ist nach wie vor dazu verpflichtet, die verbleibenden Gelder wieder in den Gewinn mit einzurechnen. Bei unvorhergesehener Streichung der geplanten Investition ist entsprechend der gesamte Investitionsabzugsbetrag wieder in den Unternehmensgewinn einzugliedern.
  • Wer keinen Investitionsabzugsbetrag angibt, kann trotzdem rückwirkend bei betrieblichen Anschaffungen eine Abschreibung von 20% der Kosten vornehmen.
  • Rechtslage 2009 bis 2010

    Im Konjunkturpaket 2009, das beschlossen wurde um der Finanzkrise entgegen zu wirken, ergaben sich folgende Änderungen im Bezug auf den Investitionsgüterabzugsbetrag:

  • Anhebung der Gewinngrenze von 100.000 Euro auf 200.000 Euro im Falle einer Erstellung von Einnahmeüberschussrechnungen.
  • Erhöhung des zulässigen Betriebsvermögens von 235.000 Euro auf 335.000 Euro im Falle der Erstellung einer Bilanz.
  • Erhöhung des Wirtschaftswerts, bzw. Ersatzwirtschaftswert bei Land- und Forstwirtschaftlichen Betrieben von 125.000 Euro auf 175.000 Euro.