Existenzgründung (Selbstständige)

Auf eigenen Beinen stehen, sein eigener Chef sein und selbst bestimmen, wann man wo und wie viel arbeitet – gerade junge Akademiker aus einem urbanen Umfeld träumen heute von einer beruflichen Laufbahn als Unternehmer, Selbstständiger oder Freiberufler. Doch nicht nur für diese Freigeister ist die Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit reizvoll, für Arbeitslose etwa kann sie die letzte Rettung vor einem Leben in Hartz IV bedeuten. Doch um mit einem eigenen Unternehmen bzw. einer Selbstständigkeit erfolgreich zu sein, sollte der Gründer über einige rechtliche Bedingungen und Regeln Bescheid wissen. Schon so mancher hoffnungsfrohe Jungunternehmer ging mit einer eigentlich guten Idee gründlich baden, da er sich im Vorfeld nicht ausreichend informiert hatte.

Gute Ideen muss man haben

Nun reicht es natürlich nicht, einfach selbstständig sein zu wollen. Eine gute Idee muss her – und gleich dazu ein ausgefeilter und gut durchdachter Business- und Marketingplan. Viele Gründer sind schon gescheitert, weil sie zwar eine Marktlücke entdeckt, aber ihr Geschäft dann leider an der falschen Stelle eröffnet bzw. sich für einen negativ besetzten Namen entschieden haben. Der Erfolg beginnt schon bei der Vorbereitung: Deshalb sollten angehende Unternehmer und Selbstständige keine Scheu haben, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Viele Universitäten, aber auch die Industrie- und Handelskammern bieten beispielsweise Existenzgründerseminare und -beratungen an. Diese sind vielfach kostenlos und können von jedermann in Anspruch genommen werden. Geschultes Personal nimmt dabei Idee und Konzept genau unter die Lupe und zeigt so eventuelle Schwachstellen schon im Vorfeld auf – bevor diese kritisch werden und etwa das junge Unternehmen bedrohen könnten.

Eine Existenzgründung kann auch finanziell gefördert werden

Ein Businessplan ist nicht nur sinnvoll, um sich selbst über das eigene Konzept und den Weg zur erfolgreichen selbstständigen Tätigkeit hin klar zu werden, er ist auch nötig, will man die verschiedenen Fördertöpfe der Länder, des Bundes oder sogar der EU anzapfen. Den Start in die Selbstständigkeit erleichtern etwa verschiedene Darlehen oder Kredite der bundeseigenen KfW-Bank, die Gründerzuschüsse zu besonders günstigen Konditionen abgibt. Auch einzelne Bundesländer bieten unterschiedliche Förderprogramme an – die Förderdatenbank des Bundes bietet eine Übersicht und viele Informationen zu den verschiedenen Programmen. Wer arbeitslos ist, kann übrigens über die Bundesagentur für Arbeit einen Gründungszuschuss beziehen. Die Annahme einer finanziellen Förderung kann übrigens für die eigene Selbstständigkeit lebensrettend sein: Erfahrungsgemäß dauert es einige Jahre, bis die Selbstständigkeit Früchte trägt und man davon leben kann.

Rechtliche Rahmenbedingungen in Erfahrung bringen

Formal gesehen gilt jemand als selbstständig, wenn er die Bedingungen nach § 7 Abs. 1 des vierten Buchs des Sozialgesetzbuchs erfüllt: Hauptmerkmale einer Selbstständigkeit sind demnach die persönliche Unabhängigkeit von einem Arbeitgeber sowie das alleinige Tragen des unternehmerischen Risikos. Praktisch ist jemand selbstständig (manchmal auch fälschlicherweise selbständig geschrieben), sobald er sein Gewerbe im Gewerberegister seiner Kommune oder seine freiberufliche Tätigkeit beim zuständigen Finanzamt angemeldet hat. Bei der Anmeldung eines Gewerbes muss der Charakter der angestrebten Tätigkeit genau eingegrenzt werden – manche Arbeitsgebiete, zum Beispiel im Handwerk, unterliegen einer speziellen Genehmigungspflicht und können nicht einfach von jedermann ausgeübt werden. Dementsprechend sollte man sich im Vorfeld über eventuelle besondere Zulassungsvoraussetzungen genau informieren. Diese gelten jedoch nur für manche Branchen, da in Deutschland grundsätzlich Gewerbefreiheit herrscht. Mit der Gewerbeanmeldung nimmt der Gewerbetreibende übrigens auch verschiedene neue Pflichten auf sich: Beispielsweise ist man automaitisch Mitglied der Industrie-und Handelskammern und muss vom Zeitpunkt der Anmeldung an Beiträge an diese zahlen.

Bei Steuerfragen hilft der Steuerberater

In puncto Steuern kann es für Selbstständige recht knifflig werden. Es gibt nun zahlreiche neue Steuern, die beachtet werden müssen: Neben der Einkommenssteuer gibt es noch die Umsatzsteuer, die Gewerbesteuer und viele andere mehr. Ein auf Selbstständige spezialisierter Steuerberater kann dabei helfen, diesen Wirrwarr zu entzerren und das Beste für sich heraus zu holen.