Geschäftsführergehalt

Grundsätze des Geschäftsführergehalts

Das Gehalt eines Geschäftsführers ist abhängig vom Unternehmensergebnis und berechnet sich daher unter anderem aufgrund der regelmäßigen Betriebsprüfung. Des Weiteren entscheidet die Gesellschafter-Versammlung über die Höhe eines Geschäftsführergehalts. Manchmal ist eine Herabsetzung des Gehaltes im Arbeitsvertrag des Geschäftsführers festgelegt, wenn eine Verschlechterung der finanziellen Situation eines Unternehmens stattfindet. Ein Geschäftsführergehalt kann je nach Unternehmen und Marktlage variieren, weil es keine festgelegten Grundsätze für eine angemessene Entlohnung gibt. Letztendlich maßgebender Entscheidungsträger ist immer die Gesellschafter-Versammlung oder bei Aktiengesellschaften der Aufsichtsrat.

Ein Geschäftsführergehalt setzt sich aus verschiedenen Bestandteilen zusammen:

Aus einem Festgehalt, üblicherweise ohne Überstundenausgleich, zusätzlichen Zahlungen, die jährlich geleistet werden wie z. B. Urlaubs- und Weihnachtsgeld, variablen Bestandteilen wie Prämien und Tantiemen, Leistungen der betrieblichen Altersvorsorge und Sachbezügen wie Firmenwägen.

Im Zusammenhang mit dem Geschäftsführergehalt muss der Begriff der verdeckten Gewinnausschüttung betrachtet werden. Ist im Vertrag des Geschäftsführers eine gewinnabhängige Auszahlung von Prämien festgesetzt, kann es zur verdeckten Gewinnausschüttung kommen. Von einer verdeckten Gewinnausschüttung spricht man, wenn das Gehalt des Geschäftsführers durch die zusätzlich gezahlten Erfolgsprämien unverhältnismäßig hoch ist. Auch Einkünfte aus Pensionszahlungen sind unter dem Gesichtspunkt der verdeckten Gewinnausschüttung zu betrachten. Ändert sich das Gehalt eines Geschäftsführers in erheblichem Maße und wird angenommen, dass die Erhöhung unüblich ist, so führt dies ebenfalls zu einer verdeckten Gewinnausschüttung, genauso wie die Auszahlung des Gehaltes auf ein Verrechnungskonto, wenn sie nicht zu den üblichen Terminen stattfindet.

Welche Höhe des Grundgehalts eines Geschäftsführers als angemessen gilt, ist eine Frage der Definition. Experten halten eine Spanne zwischen 150.000 und 500.000 Euro Jahresgehalt für angemessen. Letztendlich wird die Angemessenheit des Gehaltes von der Finanzverwaltung beurteilt. Die Rechtsprechung des Finanzgerichts ist dabei verbindlich. Überprüft werden kann die Angemessenheit im Einzelfall durch externe sowie interne Gehaltsvergleiche. Zu berücksichtigen sind die berufliche Qualifikation des Geschäftsführers und Vergleichsgehälter anderer Unternehmen der selben Branche.

Interner Betriebsausgleich

Beim internen Betriebsausgleich werden die Gehälter aller Geschäftsführer eines Betriebes untereinander verglichen. Auch Vergleiche zwischen Gehältern des Gesellschafter-Geschäftsführers, eines Fremd-Geschäftsführers oder eines leitenden Angestellten sind möglich. Verdient ein leitender Angestellter 100.000 Euro jährlich, so wäre ein Geschäftsführergehalt von 200.000 Euro jährlich angemessen.

Früher ging die Rechtsprechung davon aus, dass 2/3 des erzielten Gewinns als Gehälter ausgezahlt werden können. Heute muss nach Bezahlung der Geschäftsführer-Gehälter noch eine Verzinsung des Kapitals von 15% über einen Zeitraum von etwa 5 Jahren möglich sein. Das zugrunde gelegte Kapital setzt sich immer aus Stammkapital und Anlagevermögen zusammen.

Externer Betriebsausgleich

Beim externen Betriebsausgleich werden die Zahlen verschiedener Gesellschaften eingeholt und verglichen. Diese werden beispielsweise in der DStR veröffentlicht oder durch die Kienbaum-Studie bekannt gegeben. Es fällt immer wieder auf, dass die Jahresgehälter von unterschiedlichen Geschäftsführern sich in einer riesigen Spannweite bewegen. Auch auffällig ist, dass selbst in Jahren, in denen Unternehmen Verluste einfahren, keine Veränderung bei den Gehältern der Geschäftsführer zu erkennen ist.

Tantiemenvereinbarungen

In den letzten Jahren spielen Tantiemenvereinbarungen eine immer größere Rolle bei der Bezahlung von Geschäftsführergehältern. Tantiemen bezeichnet man auch als anreizorientierte Vergütungssysteme. Zu Gunsten der steuerlichen Praxis gibt es Regeln und Vorgaben, die Tantiemen betreffend, die manchmal mit der betriebswirtschaftlichen Praxis kollidieren.

Leistungen, die als Umsatztantiemen gezahlt werden, unterliegen immer der verdeckten Gewinnausschüttung, da sie nicht von der Ertragslage abhängig sind. Ausnahme kann eine Gesellschaft sein, die gerade im Aufbau ist, da es in diesem Fall Sinn macht besondere Anreize für die Erhöhung des Umsatzes zu schaffen.

Durch eine Rohgewinntantieme wird eine Anknüpfung an den Rohertrag geschaffen. Da der Rohgewinn sich in manchen Fällen an den Umsatz annähern kann, kann sich eine nicht marktkonforme Höhe der Tantieme ergeben.

Reingewinntantiemen sind ausschließlich im Falle eines Gewinns des Unternehmens zu bezahlen, folglich stellen sie die Art von Tantiemen dar, die am wenigsten zu kritisieren sind.