Steuerberatung

Der Freiberuf des Steuerberater

Wer Steuerberater ist, übt einen freien Beruf zur Beratung in betriebswirtschaftlichen und steuerrechtlichen Fragen aus. Grundlage für diesen Beruf sind in der Bundesrepublik das Steuerberatungsgesetz sowie die hierzu gehörige Durchführungsverordnung. Steuerberater vertreten Privatpersonen, Institutionen und Unternehmer mit dem Ziel, zu deren wirtschaftlichen Erfolg maßgeblich beizutragen. Man führt Rechnungslegungen nach nationalen sowie international gültigen Vorgaben durch, berät in privaten Vermögenssachen und führt freiwillige sowie gesetzlich erforderliche Wirtschaftsprüfungen durch. Auch vertreten Steuerberater ihre Klienten in finanzgerichtlichen Prozessen – etwa wegen Steuerstrafsachen oder –ordnungswidrigkeiten.

Die Vielfalt der Aufgaben, die Grundlage und die Honorierung des Steuerberaterberufs

Vorausschauend beraten Steuerberater ihre Auftraggeber im Sinne einer optimalen Steuergestaltung, dem Erstellen von Buchführungen, Steuererklärungen und Jahresabschlüssen – auch werden Steuerbescheide überprüft. Auch erstellt man Gehalts- bzw. Lohnabrechnungen für Arbeitgeber, unterstützt seine Klientel bei Bankverhandlungen, bei Existenzgründungen, bei Sanierungsfällen und ähnlich gelagerten Angelegenheiten. Grundlage für das Honorar der Steuerberatung ist die Steuerberater-Gebührenverordnung; man orientiert sich am Zeitfaktor oder dem Gegenstandswert. Da der Steuerberater für die Richtigkeit seiner Arbeit haftet, stehen ihm hierfür spezielle Berufshaftpflichtversicherungen zur Verfügung. Manche Steuerberater lassen auch Steuerfachangestellte weisungsgebunden für sich arbeiten. Zugelassene Rechtsanwälte sowie auch Personen, die die Steuerberatungsprüfung im Sinne des § 37 Steuerberatungsgesetz bestanden haben, können als Steuerberater arbeiten bzw. per Urkunde bestellt werden. Dies ist möglich, nachdem drei Jahre an berufspraktischer Tätigkeit (im Bereich des Steuerrechts) nachgewiesen werden. Der Vorsitzende der Prüfungskommissionen ist stets ein Finanzbeamter.

Die Eignung zum Steuerberater

Zum Steuerberater wird nur bestellt, wer sich in geordneten wirtschaftlichen Verhältnissen befindet, keine strafgerichtliche Verurteilung in seiner Biographie aufweist, gesundheitlich und auch in seinem bisherigen Verhalten zur Berufsausübung geeignet erscheint und wenn er die Deckungszusage einer Berufshaftpflichtversicherung vorlegt. Grundlage für diese Bedingungen ist § 40 Steuerberatungsgesetz. Steuerberater, die in einem anderen EU-Land hierfür ausgebildet wurden, können auch in Deutschland als solche tätig sein. Dies jedoch auch nach Bestehen der – wenn auch für sie vereinfachten – Steuerberaterprüfung gemäß § 37 a Absatz 2 Steuerberatungsgesetz. Steuerberater können auch in einem Aufsichtsrat tätig sein, zur Insolvenz- und Nachlassverwaltung beauftragt werden, eine Testamentsvollstreckung sowie treuhänderische, pflegerische und vormundschaftliche Aufgaben durchführen sowie für Angelegenheiten im Rahmen der Rating- und Unternehmensberatung Zuständigkeit übernehmen.

Die Steuerberater-Prüfung

Die Dauer der drei Klausuren beträgt vier bis sechs Stunden. Diese schreibt man nach gesetzlicher Vorgabe an drei aufeinander folgenden Tagen. Wer hier eine Durchschnittsnote von mindestens 4,5 erlangt, wird auch zur mündlichen Prüfung zugelassen. Diese besteht aus einem Vortrag der Prüflinge und sechs weiteren Prüfungsabschnitten – regelmäßig prüft man vier Aspiranten gleichzeitig, wobei eine solche Prüfung fünf Stunden lang durchgeführt wird. Sechs Prüfer setzen sich aus Finanzbeamten des höheren Dienstes, aus Steuerberatern mit langjähriger Arbeitserfahrung, aus Professoren, aus Sachverständigen. Bei wem sich aus den schriftlichen und mündlichen Prüfungen eine Note von mindestens 4,15 ergibt, der hat die Prüfungseinheiten erfolgreich abgeschlossen.

Inhaltliche Gegenstände für die Prüfung sind das Berufsrecht, Volks- und Betriebswirtschaft, Rechnungswesen, EU-Recht, Insolvenz-, Gesellschaftsrecht, das BGB, das Zollrecht, Verkehrs- und Verbrauchsteuern, die Grund- sowie die Erbschaftssteuer, Steuern von Ertrag und vom Einkommen sowie das steuerliche Verfahrensrecht. Des weiteren gilt als Voraussetzung die bereits erwähnte berufspraktische Erfahrung – man möchte seitens des Gesetzgebers sicherstellen, dass nicht nur das Theoriewissen, sondern auch bereits ein hoher Grad an Handlungskompetenz auch bei einem Steuerberater festzustellen ist, der gerade mit seiner Berufsausübung erst anfängt. Steuerberater arbeiten nicht nur selbständig in eigenen Kanzleien, sondern sind auch gemeinsam mit Rechtsanwälten in Sozietäten tätig.