Altersvorsorge

Dieser Tage ist das Schreckenswort “Altersarmut” in aller Munde. Das Arbeitsministerium unter der Regie von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen verbreitet eine Hiobsbotschaft nach der anderen. Kern dieser Nachrichten ist stets, dass immer mehr Menschen nicht mehr von ihrer staatlicherseits zu erwartenden Rente werden leben können. Das betrifft keineswegs nur Frauen, die zum Teil jahrzehntelang nicht berufstätig waren und somit keine Beiträge in die Rentenkassen einzahlen konnten, sondern verstärkt auch ganz normale Arbeitnehmer. Das allgemeine Rentenniveau sinkt – schuld daran ist, wie könnte es anders sein, die Demografie. Kommen heute noch etwa vier Arbeitnehmer für einen Rentner auf, wird diese Last schon in wenigen Jahren nur noch auf den Schultern zweier Berufstätiger liegen. Zudem schätzen Experten, dass in Zukunft durchschnittlich nur noch etwa 45 bis 50 Prozent des letzten Nettolohnes als staatliche Rente ausbezahlt werden. Wer also jetzt ca. 1500 Euro netto bekommt und genügend Beitragsjahre nachweisen kann, dürfte im Schnitt auf etwa 800 Euro Rente kommen – viel zu wenig, um damit einen angenehmen Lebensabend finanzieren zu können.

Private Altersvorsorge ist das Motto der heutigen Zeit

Auf eine geruhsame Zeit als Rentner darf sich freuen, wer rechtzeitig und in ausreichendem Maßstab vorgesorgt hat. Rechtzeitig bedeutet, schon in jungen Jahren an die spätere Rente zu denken und einen Teil seines Gehalts beiseite zu legen. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten der privaten Vorsorge: Interessenten sollten sich umfassend über verschiedene Modelle informieren und heraus finden, welche Altersvorsorge am besten zum eigenen Lebensentwurf passt. Der Versicherungsmarkt bietet eine Vielzahl an Angeboten, die jedoch nicht alle Rendite abwerfen bzw. für jeden Menschen geeignet sind.

Altersvorsorge lässt sich auf das eigene Lebensmodell abstimmen

Selbstständige und Freiberufler etwa haben im Alter oft das Nachsehen: Sie erhalten keine oder eine nur sehr geringe staatliche Rente, da sie nur wenig in die Kassen eingezahlt haben. Dem sollte vorgebeugt werden: Zum Einen ist es möglich, freiwillig Beiträge zu leisten und so persönliche Anwartschaften zu erwerben. Allerdings sind die Beiträge für Selbstständige und Freiberufler sehr hoch, da sie – im Gegensatz zu den Beiträgen von Angestellten – nicht nach dem realen Einkommen gestaffelt werden. An dieser Stelle werden private Angebote der Altersvorsorge besonders interessant: Die sogenannte Rürup-Rente richtet sich vor allem an Unternehmer und Freiberufler, auch die sogenannte Basis-Rente und/ oder eine Lebensversicherung bilden den Grundstock für eine solide Absicherung im Alter. Ein gutes Anlagepotenzial bieten auch auf Aktienfonds basierende Sparpläne sowie der Besitz von Immobilien.

Riester-Rente lohnt sich für Familien mit Kindern

Angestellte sollten über den Abschluss eines Riester-Vertrages nachdenken. Dieser kann sich vor allem für Familien mit Kindern lohnen, da der Staat satte Zuschüsse zahlt. Die Grundzulage beträgt pro Person 154 Euro, für jedes nach 2008 geborene Kind zahlt der Staat alljährlich 300 Euro Zulagen. Unmittelbar zulageberechtigt ist jedoch nur, wer rentenversicherungspflichtig ist – damit scheiden die meisten Selbstständigen und Freiberufler aus. Wenn es möglich ist, sollten Angestellte eine betriebliche Altersvorsorge in Anspruch nehmen, da die hieraus erwirtschafteten Ersparnisse in der Regel höher ausfallen als bei einer rein privaten Vorsorge. Basis der betrieblichen Altersvorsorge ist das Betriebsrentengesetz, welches insgesamt fünf Durchführungswege zulässt.
Übrigens, wenn in einer Familie ein Partner für längere Zeit zu Hause bleibt und sich um Haushalt und Kinder kümmert, ist die Investition in eine (private) Rentenversicherung ganz bestimmt kein hinausgeworfenes Geld. Auch Hausfrauen und Minijobber können freiwillig in die gesetzliche Rentenkasse einzahlen und so ihre Ansprüche deutlich erhöhen.

Die drei Säulen der Altersvorsorge

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass, wer sich auf die folgenden drei Säulen der Altersvorsorge stützt, auf ein gesichertes finanzielles Polster auch am Lebensabend hoffen darf:

  1. Die gesetzliche Rente stellt für fast jeden Bürger die finanzielle Basis im Alter dar.
  2. betriebliche Altersvorsorge für Angestellte
  3. private Altersvorsorge