Betriebsprüfung Ratgeber

10 hilfreiche Tipps zur Vorbereitung auf eine Betriebsprüfung

  1. Mehrergebnisse sind von vorn herein einzukalkulieren. Motivieren Sie den Betriebsprüfer mit einem Erfolgserlebnis, das er seinem Vorgesetzten präsentieren kann. Beispiel: Setzen Sie die Privatanteile bei Kraftfahrzeugen zu niedrig an.
  2. Besorgen Sie sich die Regeln für die Betriebsprüfung in Form der Betriebsprüfungs- und Abgabenordnung. Aufgrund dieser Informationsschriften erlangen Sie wichtige Informationen zum Ablauf der Prüfung und zu Ihren Rechten und Pflichten.
  3. Wie oft Unternehmen eine Betriebsprüfung bekommen, ist abhängig vom Umsatz. Auch um welche Art von Betrieb es sich handelt und in welcher Größenliga das Unternehmen spielt, beeinflusst die Häufigkeit der Prüfungen.
  4. Die Prüfung von kleinen und mittleren Betrieben ist unwahrscheinlich. Kleine Betriebe werden durchschnittlich nur alle 30 bis 40 Jahre geprüft, mittlere alle 10 bis 15, während große Betriebe mit einer jährlichen Prüfung zu rechnen haben.
  5. Der Zeitraum der Prüfung ist ebenfalls abhängig von der Unternehmensgröße. Großbetriebe werden lückenlos geprüft, während kleinere nur mit einer Prüfung von höchstens drei Besteuerungsperioden zu rechnen haben.
  6. Der Prüfungszeitraum ist nicht mehr wie früher durch das Einreichen einer Steuererklärung kurz vor der anstehenden Betriebsprüfung zu beeinflussen.
  7. Das Finanzamt darf mit Ausnahme von großen Betrieben nur in ganz bestimmten Fällen (z.B. Umwandlung oder Übernahme der Firma oder begründeter Verdacht der Steuerhinterziehung) länger als drei Besteuerungsperioden prüfen.
  8. Eine Betriebsprüfung ist auch zulässig wenn die Festsetzung der Steuer bereits erfolgt ist und der Steuerbescheid zugestellt wurde.
  9. Wenn eine stichhaltige Begründung vorliegt, können Termine für eine Betriebsprüfung, die in ungünstige Zeiträume wie zum Beispiel Inventur oder Schlussverkauf fallen, durch einen entsprechenden Antrag des Betriebes verschoben werden.
  10. Sie sollten sich vor der Prüfung darüber im Klaren sein, dass eine Betriebsprüfung immer in den Räumen des Betriebes stattfindet, nicht beim zuständigen Steuerberater wie viele hoffen. Auch die Prüfung innerhalb von Privatwohnungen ist nicht auszuschließen.

10 hilfreiche Tipps zum Verhalten während einer Betriebsprüfung

  1. Ein Betriebsprüfer ist in der Regel gut vorbereitet. Er wird sich die Unterlagen der letzten Prüfung vorlegen lassen und überprüfen ob alte Fehler erneut gemacht wurden.
  2. Da Betriebsprüfer für ihre Arbeit nur einen gewissen Zeitraum zur Verfügung haben, sollten sie ausreichend beschäftigt werden. Hilfreich ist es, wenn man ihm transparente Arbeitsabläufe vorlegt.
  3. Betriebsprüfer dürfen nicht nur die Mitarbeiter befragen, die der Unternehmer erlaubt hat, sondern grundsätzlich alle. Es kann also sinnvoll sein, weniger sensible Mitarbeiter von der Betriebsprüfung fern zu halten.
  4. Es kann nie schaden dem Betriebsprüfer eine Vertrauensperson des Unternehmers zur Seite zu stellen. Allerdings sollte er nie den Eindruck gewinnen, dass er überwacht wird.
  5. Dem Betriebsprüfer sollten niemals Steuerunterlagen zur freien Verfügung gestellt werden. Besser ist es vom Prüfer zu verlangen, dass er relevante Unterlagen einfordert.
  6. Dokumentieren Sie die Arbeit des Prüfers anhand von Kopien. So ist das Unternehmen immer über den aktuellen Prüfungsstand auf dem Laufenden.
  7. Die Mitwirkungspflicht des Steuerpflichtigen geht niemals so weit, dass er auch bei einer Nachkalkulation kooperieren muss. Diesbezügliche Fragen müssen erst auf konkrete Nachfrage beantwortet werden.
  8. Ein Betriebsprüfer kann die Vorlage privater Daten verlangen. Wichtig zu wissen ist dabei, dass es für private Informationen keine Aufbewahrungspflicht gibt. Unterlagen die nicht mehr vorhanden sind, können schlussendlich auch nicht vorgelegt werden.
  9. Das Finanzamt hat die Möglichkeit, rückdatierte Unterlagen zu überprüfen. Daher ist in diesem Bereich extreme Vorsicht geboten. Fliegt eine Rückdatierung auf, wird sie steuerlich in keinem Fall anerkannt.
  10. Die Schlussbesprechung einer Betriebsprüfung ist wichtig. Vor allem sollte Wert auf die Schlussbesprechung gelegt werden wenn das Prüfungsergebnis erheblich vom unternehmerischen Ergebnis abweicht. Ziehen Sie auf jeden Fall fachlich kompetente Mitarbeiter und den Steuerberater hinzu. Diese Personen können eine maßgebliche Unterstützung bei der Schlussbesprechung sein.