Jahresabschluss

Der Jahresabschluss ist ein wichtiges Ereignis für jedes Unternehmen, schließlich wird hier über die wirtschaftliche Lage informiert und die Grundlage für die Verteilung des Ergebnisses geschaffen. Der Jahresabschluss hat eine große Bedeutung für die Beurteilung des Unternehmenserfolgs durch Stakeholder wie beispielsweise Aktionäre und wird eingehend von Wirtschaftsprüfern kontrolliert. Der folgende Artikel gibt einen Überblick über die Funktion, die rechtlichen Grundlagen, die Gewinn- und Verlustverteilung und viele andere Aufgaben des Jahresabschlusses.

Das sind die wesentlichen Funktionen des Jahresabschlusses

Nach Paragraph 258 HGB kann der Jahresabschluss als Beweis bei dem Austragen von Rechtsstreitigkeiten herangezogen werden. Der Grund hierfür liegt darin, dass dieses Dokument eine umfassende Informationsfunktion erfüllt, wenn es etwa um die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zu einem bestimmten Bilanzstichtag geht. Wichtig ist die Erfüllung dieser Funktion für eine große Zahl von Adressaten, zu denen neben den Eigentümern auch kreditgebende Banken und andere Gläubiger gehören. Für viele externe Gruppen ist der Jahresabschluss das zentrale Dokument, wenn es darum geht, eine Einschätzung der Tätigkeit des Unternehmens vorzunehmen. Ebenso wichtig ist jedoch auch die Zahlungsbemessungsfunktion des Jahresabschlusses. So müssen Dividenden an Aktionäre ausgeschüttet werden, es sind Erfolgsbeteiligungen zu zahlen und vieles anderes mehr. Diese Entscheidungen über die Verwendung des Ergebnisses fußen ebenfalls auf dem Jahresabschluss.

Die rechtlichen Grundlagen des Jahresabschlusses

In Deutschland finden sich die Wesentlichen Regelungen zum Jahresabschluss im Handelsgesetzbuch. Das gilt für die Buchhaltung ebenso wie für die Aufstellung des Jahresabschlusses, die Regelungen zur Wirtschaftsprüfung als auch für die Berichtspflichten. Da es sich jedoch um ein sehr komplexes rechtliches Gebiet handelt, werden eine große Zahl weiterer Gesetztestexte hinzugezogen werden müssen, wenn der gesamte rechtliche Rahmen des Jahresabschlusses betrachtet werden soll. Dazu gehört beispielsweise das Aktiengesetzt, das GmbHG, Steuergesetzte wie das Einkommen- Umsatz und Gewerbesteuergesetzt und viele andere mehr. Auf der internationalen Ebene und bei den Konzernabschlüssen spielen zudem sie IFRS bzw. IAS eine immer größere Rolle. Hierbei handelt es sich um international gültige Standards, die gerade der Gruppe der global agierenden Investoren eine bessere Entscheidungsgrundlage bei der Beurteilung von Unternehmen verschaffen sollen. Viele deutsche Unternehmen sind verpflichtet, sowohl nach HGB als auch nach IAS/IFRS zu bilanzieren.

Aufstellung des Jahresabschlusses und Gewinnverwendung

Ein Jahresabschluss ist nach den Paragraphen 242 ff. HGB von allen Kaufleuten aufzustellen. Lediglich Einzelkaufleute sind von der Aufstellung befreit. Der Zeitpunkt der Aufstellung richtet sich dabei nach dem Schluss des jeweiligen Geschäftsjahres. Bereits die Vorbereitungen für die Erstellung des Jahresabschlusses können sehr aufwendig sein und umfassen neben der Inventur auch die Ermittlung von Abschreibungen, die Bonitätsprüfung von Forderungen und die periodengerechte Erfolgsermittlung. Weitere vorbereitende Abschlussbuchungen sind in der Bildung von Rücklagen zu sehen und der Abgrenzung des geschäftlichen vom privaten Verbrauch. Die eigentliche Aufstellung des Jahresabschlusses erfolgt dann in drei Schritten: Zuerst wird der Kontenabschluss vorgenommen, gefolgt von der Erstellung der Abschlussübersicht, die die saldierten Konten enthält sowie die Feststellung des Jahresabschlusses auf der Hauptversammlung. Auf der Hauptversammlung wird dann auch über die Gewinnverwendung entschieden.

Berichtspflichten im Zusammenhang mit dem Jahresabschluss

Auf der Hauptversammlung gemachte Beschlüsse zur Gewinnnverwendung sind von den Offenlegungspflichten betroffen, die im Zusammenhang mit dem Jahresabschluss eine große Rolle spielen. Große Gesellschaften müssen von unabhängigen Instituten geprüft werden, die Ergebnisse dieser Prüfung werden dann im Handelsregister und im Bundesanzeiger veröffentlicht. Seit der Einführung des elektronischen Handelsregisters werden Verletzungen dieser Veröffentlichungspflichten stärker sanktioniert als bisher.