Lohnsteuerjahresabgleich

Allgemeines

Den Lohnsteuerjahresabgleich führt der Arbeitgeber zum Ende eines Jahres durch. So werden eventuelle Lohnschwankungen, die sich über das Jahr verteilt ergeben können, abgefangen. Der Lohnsteuerjahresabgleich kann die Notwendigkeit der Einkommensteuererklärung abschwächen, da sich in beiden Erklärungen normalerweise dasselbe Ergebnis zeigt. Die Einkommensteuererklärung wird, im Unterschied zum Lohnsteuerjahresabgleich, durch den Arbeitnehmer durchgeführt. Es besteht die Pflicht für Arbeitgeber mit zehn Beschäftigten und mehr einen Lohnsteuerjahresabgleich zu erstellen. Sind im jeweiligen Betrieb weniger als zehn Mitarbeiter beschäftigt, kann der Lohnsteuerjahresabgleich freiwillig durchgeführt werden. Pflicht besteht in diesem Fall keine.

Voraussetzungen für die mögliche Erstellung eines Lohnsteuerjahresabgleichs

Es bestehen gewisse Voraussetzungen, die der Arbeitnehmer erfüllen muss, damit ein Lohnsteuerjahresabgleich durchgeführt werden kann. Das Bestehen dieser Voraussetzungen ist durch den Arbeitnehmer zu überprüfen. Sind die Voraussetzungen erfüllt, spricht man von einer Pflichtveranlagung des Arbeitnehmers durch den Arbeitgeber. Beim Lohnsteuerjahresabgleich müssen folgende Sachverhalte berücksichtigt werden:

  • Der Arbeitnehmer darf nicht der unbeschränkten Einkommensteuerpflicht unterliegen.
  • Der Arbeitnehmer kann die Erstellung eines Lohnsteuerjahresabgleichs verweigert haben.
  • Der Arbeitnehmer wurde das ganze Jahr über oder auch nur für einen Teil in den Steuerklassen V bzw. VI besteuert.
  • Der Arbeitnehmer wurde für Teile des Jahres nach Steuerklasse II, III oder IV besteuert.
  • Das so genannte Faktorverfahren wurde angewendet.
  • Die Berechnung der Lohnsteuer enthielt Freibeträge.
  • Der Arbeitgeber wurde nach einer speziellen oder allgemeinen Lohnsteuertabelle besteuert.
  • Der Arbeitnehmer hat besondere Gelder wie Winterausfallgeld, Kurzarbeitergeld, Schlechtwettergeld, Mutterschaftsgeld, eine Entschädigung wegen einer Infektion, einen Zuschuss wegen eines Verbots der Beschäftigung oder Einkünfte aus dem Ausland, die einem Doppelbesteuerungsabkommen unterliegen erhalten.
  • Das Lohnkonto des Arbeitnehmers weist Unterbrechungen auf.
  • Der Arbeitgeber muss das ganze Jahr beim Arbeitnehmer beschäftigt gewesen sein oder die Werte aus seinem vorherigen Verdienst müssen ab Anfang des Jahres vorliegen.

Frist für die Abgabe eines Lohnsteuerjahresabgleichs

Die Abgabe eines Lohnsteuerjahresabgleichs kann noch bis zu vier Jahre nach Ablauf des jeweiligen Jahres erfolgen. Es handelt sich dabei um eine Ausschlussfrist, das bedeutet, sie wird nicht verlängert. Diese Frist gilt in allen Fällen in denen der Arbeitnehmer nicht dazu verpflichtet ist eine Steuererklärung abzugeben.

Richtlinien für die Lohnsteuer (LStR)

Die Finanzämter haben als Vorgabe zur Lohnsteuer spezielle Richtlinien. Es handelt sich dabei nicht um Gesetze, sondern nur um Richtlinien, um den Finanzämtern eine einheitliche Verfahrensweise an die Hand zu geben. Lohnsteuer-Richtlinien dienen auch den Finanzgerichten zur Entscheidung von Steuersachverhalten und Gesetzesänderungen. Sie enthalten Regelungen zum Einkommensteuergesetz und eine diesbezügliche Durchführungsverordnung genauso wie Vorschriften um unbillige Härten zu vermeiden und das Einkommensteuergesetz richtig auszulegen, des Weiteren Aspekte der Rechtslage und Regelungen zur Vereinfachung der Verwaltung. Die Lohnsteuer-Richtlinien können auch rückwirkend angewendet werden, wenn sie die jeweilige Rechtslage erläutern können. Alle Beträge, die in diesen Richtlinien festgelegt sind, können jederzeit durch das Bundesfinanzministerium, im Falle der Änderung von Gesetzeslage oder wirtschaftlicher Entwicklung, geändert werden.

Wann ist die Abgabe eines Lohnsteuerjahresabgleichs sinnvoll?

Der Lohnsteuerjahresabgleich ist immer dann sinnvoll, wenn andere Einkünfte vorliegen, diese aber negativ sind, wenn Verluste aus vorhergehenden Jahren abgezogen werden können, wenn der Ehepartner getrennt veranlagt wird, wenn im Jahre einer Heirat eine besondere Veranlagung beantragt wird, wenn die Eigenheimzulage in Anspruch genommen wird und wenn dadurch Sonderausgaben zu berücksichtigen sind und wenn die Kapitalertragssteuer oder die Körperschaftssteuer einbehalten oder erstattet wird.

Lohnend ist die Abgabe eines Lohnsteuerjahresabgleichs auch dann, wenn das Dienstverhältnis während eines Jahres unterbrochen war, wenn Schwankungen des Arbeitslohns vorliegen oder kein Festgehalt bezahlt wird, wenn sich Steuerklassen oder Kinderfreibeträge zu Gunsten des Steuerpflichtigen geändert haben, wenn Sonderbelastungen entstanden sind, wie Werbungskosten, Kosten wegen Krankheit oder Scheidung, wenn geheiratet wurde, wenn der Wohnsitz im Ausland liegt, die Arbeitsstätte aber in Deutschland verbleibt und wenn Steuervergünstigen durch Wohneigentum, das selbst genutzt wird bestehen.