Spekulationssteuer Aktien

Die Spekulationssteuer ist ein Instrument zur Besteuerung von Spekulationsgeschäften. Hierbei handelt es sich nicht um eine selbstständige Steuerform, denn die Spekulationssteuer wird im § 23 des Einkommenssteuergesetzes reglementiert. Dies bedeutet, dass Gewinne und Verluste aus privaten Spekulationsgeschäften im Rahmen der Einkommensbesteuerung unter Verwendung eines individuellen Steuersatzes berücksichtigt werden müssen. Sie gelten im Falle eines Gewinns als Einkommensquelle.

Hauptsächlich private Veräußerungsgeschäfte sind von der Spekulationssteuer betroffen. Bei diesen Geschäften sind der Ertrag sowie das Kapital im Vorfeld unbekannt. Die Spekulationssteuer betrifft u. a. auch Eigentumsübertragungen, z. B. im Rahmen einer Ehescheidung.

Auch Erträge und Verluste aus Spekulationsgeschäften mit Aktien unterliegen einer Besteuerung. Mithilfe der Abgeltungssteuer werden Spekulationsgewinne einheitlich mit 25 % besteuert. Auch jene Geschäfte werden besteuert, für die grundsätzlich keine Spekulationsabsicht bestand oder Termingeschäfte, bei denen der Verkauf früher stattfand als der Erwerb eines Wirtschaftsgutes.

Die Spekulationsfrist im Überblick

Für die Veräußerung von wirtschaftlichen Gütern ist eine bestimmte Frist von Bedeutung, die so genannte Spekulationsfrist. Sie gilt für den Verkauf von Immobilien und sonstigen Gütern. Die Spekulationsfrist für Aktiengeschäfte hingegen entfällt seit 2009. Im Jahr 1999 wurde die Spekulationsfrist für Immobilien von 2 auf 10 Jahre angehoben. Die Erhöhung der Frist wurde vom Bundesverfassungsgericht insoweit als akzeptabel befunden. Die verlängerte Spekulationsfrist für Immobilien gilt dennoch als stückweise verfassungswidrig. So wurde ein Wertzuwachs, der zum Zeitpunkt der Gesetzesänderung eintrat, entsprechend besteuert, obwohl nach vorheriger Rechtslage eine Steuerbefreiung möglich gewesen wäre.

Die Spekulationsfrist für den privaten Verkauf von Immobilien beträgt weiterhin in der Regel 10 Jahre, wenn nicht zwei mögliche Ausnahmen auftreten, die den Verkäufer der Immobilie von der Besteuerung seines Geschäftes befreien.

-In der ersten Ausnahme wird die Nutzung des Wirtschaftsgutes zu eigenen Wohnzwecken vorausgesetzt. Der Gesetzgeber verlangt hierbei, dass der Verkäufer die zu veräußernde Immobilie mindestens zehn Jahre selbst bewohnt haben muss. Die Nutzung zu eigenen Zwecken muss vom Erwerb bzw. Bau der Immobilie bis zum Zeitpunkt des Verkaufs nachgewiesen werden. Bei Mehrfamilienhäusern bleiben nur jene Veräußerungsgeschäfte steuerfrei, bei denen es sich um eigens genutzte Wohnungen im Objekt handelt – vermietete Wohnungen werden nicht berücksichtigt. Der Besitzer der Immobilie muss genau errechnen, wie viel Quadratmeter der Wohnfläche er selbst nutzt. Sollen zwei gleich große Wohnungen im Objekt veräußert werden, wird der Verkaufserlös hälftig versteuert.

-Die Steuerbefreiung kann auch herbeigeführt werden, wenn eine zeitweilige Nutzung der Immobilie zu eigenen Wohnzwecken vorliegt. Eine Eigennutzung muss im Jahr des Verkaufs sowie in den zurückliegenden zwei Jahren nachgewiesen werden, auch wenn es sich in diesem Zeitraum nicht um volle Jahre handelte.

Greift eine dieser Ausnahmen, so wird die Veräußerung nicht als Spekulationsgeschäft gewertet, die Besteuerung entfällt.

Maßgeblich für die Berechnung der Spekulationsfrist sowie des Gewinns aus Spekulationsgeschäften ist im Allgemeinen der Abschluss des Kaufvertrages, welcher fachkundlich als Zeitpunkt des Verpflichtungsgeschäftes bezeichnet wird.