Steuersparmodelle

Steuersparmodelle beinhalten die legale Möglichkeit, normalerweise anfallende Steuern wieder in Eigenkapital oder in eigenes Einkommen zu verwandeln.

Was sind Steuersparmodelle?

Steuersparmodelle können verschiedene Arten von Fonds sein, Beteiligungen an Schiffen, Gewerbebetrieben, Flugzeugen oder alternativen Energien, wie beispielsweise Windkraftanlagen. Eine mögliche Steuerersparnis kann sich aus Verlusten in den jeweiligen Anlagen ergeben oder aus ihren Abschreibungen. Verluste entstehen automatisch, wenn beispielsweise Fonds gekauft werden. Diese Investitionen können mit dem sonstigen Einkommen verrechnet und somit kombiniert werden. Mit der Zeit amortisiert sich eine solche Investition in Schiffsfonds oder -beteiligungen, Film- und Medienfonds oder auch Windpark- und Ökostromfonds. Allerdings sollte man wissen, dass der Staat Steuersparmodelle über Schiffs-, Ökostrom- und Medienfonds in den letzten Jahren extrem einschränkt. Durch die Möglichkeit Verluste über den Kauf solcher Fonds mit anderen Einkünften zu verrechnen, wurde früher die Einkommensteuer gesenkt. Heute können Verluste nur noch durch Gewinne aus dem jeweiligen Fond verrechnet werden, so dass die Senkung der Einkommensteuer nicht mehr direkt beim Kauf von Fonds möglich ist.

Je höher die Steuerlast, umso mehr Sinn macht es, über Steuersparmodelle nachzudenken. Als Anhaltspunkt, wann der Aufwand das Ergebnis rechtfertigt, ist ein Jahresgehalt von über 35.000 Euro anzusetzen.

Weitere Steuersparmodelle

Andere Steuersparmodelle neben dem Ankauf von Fonds, sind die Ansparabschreibung, die Mitarbeiterprämien, die Basisrente und die Unfallversicherungen mit Kapitaldeckung.

Die Ansparabschreibung kann von Selbstständigen und von Unternehmern genutzt werden. Sie funktioniert über eine mögliche Verschiebung des Gewinns auf nachfolgende Jahre.
Bei der Erbschafts- und Schenkungssteuer können Steuern durch die Übertragung von vorhandenem Vermögen reduziert oder in manchen Fällen sogar vermieden werden.
Bei Kapitalanlagen können Steuern gespart werden, da der Steuerveranlagung nicht die Brutto-Rendite sondern die Nachsteuer-Rendite zugrunde gelegt werden.
In den letzten Jahren wurden viele Steuersparmodelle durch die Abschaffung zahlreicher Abschreibungsmöglichkeiten gestrichen.

Steuerschlupflöcher – was ist das und wie nutze ich sie?

Des weiteren in Betracht zu ziehen – wenn man Steuern sparen will –, sind die so genannten Steuerschlupflöcher. Hierbei wird die Steuerlast reduziert indem Gesetzeslücken geschickt gefunden und ausgenutzt werden. Die Definition des politischen Schlagworts Steuerschlupfloch ist schwierig. Oft wird der Begriff kritisiert, da er sehr wertend daher kommt. Letztendlich ist ein Steuerschlupfloch nichts anderes als ein weiteres Steuersparmodell, denn es handelt sich auch bei einem so genannten Steuerschlupfloch immer um eine legale Möglichkeit der Reduzierung der Steuerlast. Vom Begriff des Steuerschlupflochs abzugrenzen wäre die illegale Form der Reduzierung von Steuern, was mit Steuerhinterziehung gleichzusetzen ist.

Die legale Form der Steuerersparnis gliedert sich in zwei Teile: die Nutzung von Möglichkeiten, die das Steuergesetz bewusst einräumt, wie Abschreibungen oder das Ansetzen von Werbungskosten und die Steuervergünstigungen, die der Staat freiwillig in Form von beispielsweise Arbeitnehmersparzulagen oder Investitionszulagen gewährt. Diese Möglichkeiten der Steuerersparnis wurden ins Leben gerufen um Investitionen in bestimmte Branchen oder in bestimmten Regionen zu fördern. Sie machen also nicht nur für den Investor und Steuerzahler Sinn, sondern auch für die Allgemeinheit.

Der dritte Aspekt des umgangssprachlichen Steuerschlupflochs, ist die Nutzung von Gesetzeslücken. Hierbei können fehlende Regelungen bewusst ausgenutzt werden oder bestehende Regelungen zweckentfremdet werden. Ein Beispiel wären Feiertags- und Nachtzuschläge, die für Schichtarbeiter geschaffen wurden, die aber genauso von viel besser verdienenden Profisportlern genutzt werden. Immer wieder werden Steuerschlupflöcher geschlossen, indem neue Gesetze verabschiedet werden. Solche Gesetze wären zum Beispiel: die Schaffung des Begriffs Finanzinnovation um eine Verwandlung eines steuerpflichtigen Zinsgewinns in einen steuerfreien Kursgewinn zu verhindern, ein Gesetz, das die Verrechnung von Verlusten beschränkt und ein generelles Gesetz zur Vermeidung von Steuergestaltung, die missbräuchlich wäre.

Die Finanzbehörde nutzt die so genannte Abgabenordnung, um Steuersparmodelle zu kontrollieren und in Grenzen zu halten. Die Abgabenordnung legt zugrunde, dass Maßnahmen, die dem Zweck der Steuervermeidung dienen, immer wirtschaftlich angemessen sein müssen. Wird diese Regelung nicht eingehalten, kann das Finanzamt die genutzten Steuersparmodelle nicht anerkennen und die Festsetzung der Steuer auf Grundlage einer angemessenen wirtschaftlichen Gestaltung vornehmen.

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