Unternehmensberatung

Als Unternehmensberater kann auch ein Wirtschaftsberater oder ein Consultant arbeiten. Der Geschäftsbereich der Unternehmensberatung stammt ursprünglich aus den Vereinigten Staaten. Bereits 1886 wurde in den USA die erste Unternehmensberatung gegründet. Vor allem während der Weltwirtschaftskrise wurden die Dienste dieser Unternehmen immer populärer. Eine der bekanntesten Unternehmensberatungen – vielleicht die bekannteste, namens McKinsey existiert bereits seit 1926. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg kamen viele andere hinzu.

In Deutschland entstanden die ersten Firmen dieser beratenden Art in den 1920-er Jahren zunächst in Berlin. In den 1930-ern erfolgte ein Wachstumsschub der ganzen Branche. Seit 1954 gibt es den Begriff Unternehmensberater als Berufsbezeichnung. Auch McKinsey kam 1964 nach Deutschland. Jedes Jahrzehnt hatte seine speziellen Themen im Bereich der Unternehmensberatung. Waren es in den 1960-ern Probleme im Absatz und Marketing waren, kamen in den 1970-ern Organisation und Personalentwicklung verstärkt auf. Seit den 1980-ern wurde Beratung in Bezug auf die EDV immer wichtiger.

Heute gibt es in Deutschland fast 14.000 Unternehmensberatungen. Die wenigsten davon sind große Unternehmen, eine große Anzahl hingegen Einzelberater. Der Umsatz der deutschen Unternehmensberater war in 2011 steigend und bewegte sich im Bereich von 10%. Eine kleine Gruppe innerhalb der Branche machen studentische Firmen aus. Diese haben es sich zur Aufgabe gemacht, praktische Erfahrung hauptsächlich an Absolventen der Betriebswirtschaft zu vermitteln.

Die Berufsbezeichnung Unternehmensberater ist in Deutschland kein geschützter Begriff. Das bedeutet, dass sich jeder Unternehmensberater nennen kann, der meint das nötige Know-How dazu zu besitzen. Es handelt sich also um eine freiberufliche Tätigkeit. Das Fehlen von festgelegten Definitionen führt nicht selten zu Missbrauch. Beispielsweise gibt es Berater, die ausschließlich Produkte ganz bestimmter Anbieter verkaufen und dafür festgelegte Provisionen kassieren. Viele Volks- und Betriebswirte sowie Wirtschaftsingenieure üben aufgrund ihrer fachlichen Qualifikation ebenfalls die Arbeit als Unternehmensberater aus. Grundsätzlich hat jeder Hochschulabsolvent mit wirtschaftswissenschaftlichem Studium und einigen Jahren Berufserfahrung die Qualifikation zur Unternehmensberatung. Auch Quereinsteiger sind je nach Branche aus der sie kommen gern gesehen und unter Umständen von hohem Nutzen.

Grundsätze der Unternehmensberatung

Ein Unternehmensberater muss unabhängig sein, denn er muss Entscheidungen in Bezug auf Lieferanten und Partner seines Klienten treffen. Dabei muss er objektiv bleiben können um alle Risiken und Chancen zu erkennen. Er sollte außerdem nur in Bereichen beraten in denen er Fachkompetenz besitzt. Die Vertraulichkeit muss immer gewahrt bleiben. Die meisten Unternehmensberater sind Hochschulabsolventen der Fachrichtungen Betriebswirtschaftslehre, Mathematik und Physik, Pädagogik und Psychologie genauso wie Medizin.

Dienstleistungen einer Unternehmensberatung

Unternehmensberater beschäftigen sich mit interaktiven Prozessen, materiellen und sonstigen Wirkungen in den Unternehmen ihrer Kunden. Das Verhältnis zwischen Kunde und Berater muss ganz besonders gut und von Vertrauen geprägt sein, denn der Kunde wirkt maßgeblich an der Umsetzung des Prozesses der Beratung mit. Dieser Beratungsprozess ist standardisiert. Er teilt sich auf in eine Situationsanalyse und eine Zielformulierung. Danach erfolgt die Kalkulation des Prozesses bis zum Erreichen der Ziele, die Entwicklung des tatsächlichen Konzepts und seine Präsentation, wenn gewünscht ein Coaching zur Umsetzung und schlussendlich die Überprüfung der eingeleiteten Maßnahmen.

Die Unternehmensberatung teilt sich auf in die Richtungen Management, IT- und Personalberatung. Mögliche Inhalte sind Übernahmen von Unternehmen sowie Fusionen, Outsourcing, Global Sourcing, Umstrukturierungsmaßnahmen, Senkung von Kosten, Sicherheitsberatung, Umsetzen von neuen Unternehmensstrategien, Finanzierungs- und PR-Beratung und die Optimierung des Einkaufs. In Bezug auf die Vorgehensweise unterscheidet man zwischen prozessorientierter Beratung, inhaltlicher Beratung und Komplementärberatung.

Kritik am Berufszweig der Unternehmensberater

Viele Berater oder Beraterfirmen arbeiten anhand von standardisierten Konzepten. Dies verhindert eine individuelle Betreuung des Kunden. Oft wird ihnen vorgeworfen, nicht umsetzbare Versprechen zu machen, sich auf nachfolgende Aufträge zu fixieren und die Entstehung dieser aus Eigennutz zu forcieren. Eine Schwierigkeit bei der Beurteilung der beratenden Arbeit ist tatsächlich, dass sich der Qualitätsanspruch schwer bis überhaupt nicht durch Dritte überprüfen lässt.