Liquidation (Unternehmen)

Die Liquidation ist wortwörtlich mit „Verflüssigung“ zu übersetzen. Bei Beendigung eines Unternehmens oder Schließung eines Betriebes werden alle Unternehmenswerte und Vermögensgegenstände gegen Bargeld veräußert, das heißt „flüssig gemacht“. Der Vorgang der Liquidation ist in einem rechtswissenschaftlichen als auch in einem betriebswissenschaftlichen Zusammenhang zu sehen. Liquidationen kommen beispielsweise auch bei nicht-gewinnorientierten Unternehmen wie beispielsweise bei Vereinen vor.

Ein Unternehmen muss durch die Liquidation, also die Auflösung des kompletten Vermögens, in eine Vermögenslosigkeit übergehen um die Auflösung abschließen zu können. Auf die Liquidation erfolgt die Löschung im Handelsregister. Liquidationen können nur bei Gesellschaften durchgeführt werden, die keine Insolvenz beantragen, die also noch solvent, das heißt zahlungsfähig sind. Auch möglich ist eine Liquidation nach Ablehnung eines Insolvenzantrags durch Mangel an Masse. Liquidationen können einen Teil eines Insolvenzverfahrens ausmachen und werden dann nach den Regeln und Vorgaben der Insolvenz und deren Verwalter durchgeführt. Es bestehen entsprechende Regelungen in der Insolvenzverordnung.

Eine Liquidation wird durch den Vorstand eines Unternehmens oder durch die Geschäftsführer durchgeführt. In Einzelfällen können unter bestimmten Umständen Dritte zur Durchführung ermächtigt werden. Solche Personen nennt man Liquidatoren. Ein Liquidator vertritt die Gesellschaft vor Gericht und bei allen anderen nötigen Belangen und hat die Aufgabe, möglichst viel Geld aus der Liquidation zu erwirtschaften. Dies dient beispielsweise den Interessen von Anlegern oder Gesellschaftern. Liquidatoren sorgen dafür, dass laufende Geschäfte beendet, Forderungen und Verbindlichkeiten beglichen werden und das übrige Vermögen in Geld umgewandelt wird. Nach der Liquidation gilt als Sicherheitsfrist ein Jahr lang eine Sperre, was die Auszahlung des restlichen Vermögens betrifft, um Gläubigern eine Frist zu geben, ihre Ansprüche im Nachhinein noch anzumelden. Diese Regelung bezeichnet man als Gläubigerschutz. In eine Liquidation fließen auch Gegenstände mit ein, die weiterhin betriebsfähig sind und an andere Unternehmen veräußert werden können. Nach Abschluß aller Veräußerungen werden die Kosten vom entstandenen Vermögen abgezogen. Aus diesem Vorgang entsteht der Liquidationserlös.

Nach Beendigung des Vorgangs der Schlussrechnung und der gesamten Liquidation erfolgt die Auszahlung des entstandenen Erlöses. Das Ende der Liquidation wird daraufhin dem Handelsregister gemeldet und es erfolgt die Löschung der Gesellschaft aus dem Register. Dieser Vorgang hat zur Folge, dass die Partei- und Rechtsfähigkeit des Unternehmens erlöschen. Bei einer Löschung einer Gesellschaft aus dem Handelsregister besteht kein aktives Vermögen mehr, somit können auch Gläubiger keine Forderungen mehr stellen.

Befindet sich ein Unternehmen nach abgewickelter Liquidation im Stadium der Löschungsfähigkeit, wird das Registergericht bevor es die Löschung aus dem Handelsregister vornimmt, die Liquidation eingehend überprüfen. Es darf kein Restvermögen mehr vorhanden sein. Das Finanzamt muss bestätigen, dass eine Liquidationsbilanz vorgelegt wurde. Auch steuerliche Vorgänge in diesem Zusammenhang müssen abgeschlossen sein. Alle eventuellen Bedenken bezüglich der korrekten Durchführung der Liquidation müssen ausgeräumt sein, bevor das Registergericht die Löschung aus dem Handelsregister vornehmen darf.

In seltenen Fällen können die drei Stadien, die einer Löschung im Handelsregister vorausgehen, nämlich die Auflösung, die Liquidation und die Vollbeendigung in einem Vorgang abgewickelt werden. Dies ist der Fall, wenn eine Gesellschaft wegen Vermögenslosigkeit gelöscht wird. Vermögenslosigkeit ist sorgfältig durch ein Registergericht zu prüfen. Eine solche Löschung ist für alle Kapitalgesellschaften möglich. Mit der Löschung erlischt auch der Status eines Unternehmens als juristische Person.

In seltenen Fällen stellt sich im Nachhinein heraus, dass entgegen aller Behauptungen, Nachweise und Prüfungen noch Vermögen zum Beispiel aus einer Steuererstattung vorhanden ist. In diesem Fall kommt es zu einer so genannten Nachliquidation. Die Nachliquidation erfolgt durch einen Nachtragsliquidator, der vom Registergericht bestellt wird. Der Vorgang der Nachliquidation ist mit hohen Kosten verbunden und sollte deshalb möglichst schon im Vorhinein vermieden werden. Für den kurzen Zeitraum der Nachliquidation wird das Unternehmen wieder als juristische Person rechtsfähig. Das hat zur Folge, dass nachträgliche Steuerbescheide ergehen können und Erstattungen ausbezahlt werden können.